40 JAHRE  SONNENORGEL VON  MARBELLA 1971-2011
Fotografie der Unterzeichnung des Orgelbauvertrages am 29. Dezember 1971.

DIE  GESCHICHTE  DER  GROSSEN  ORGEL VON  MARBELLA

Im Anschluß an seine Ausbildung als Fotograf arbeitete der damals
22jährige Michael Reckling aus Frankfurt/Main ab 1966 als Kameramann
beim spanischen Fernsehen in Madrid. In seiner Freizeit gab er Orgelkonzerte
in verschiedenen abgelegenen Orten in Spanien, um der dortigen Bevölkerung
die alte spanische Musik und die vielen vergessenen Orgeln in Erinnerung zu bringen.

Drei Jahre später führte ihn eine Einladung zum Ausstellen seiner fotografischen Arbeiten
in das neue Hilton Hotel ( heute Hotel Don Carlos ) in MarbelIa an der Costa del Sol.
Als begeisterter Organist besuchte er alle nahegelegenen Kirchen. Dabei überraschte ihn
die hervorragende Akustik der Hauptkirche von Marbella, der ausschlaggebende Grund
für seine Idee, dort einmal eine große Orgel bauen zu lassen. Sie sollte nicht nur
ihren liturgischen Dienst erfüllen, sondern auch den Einheimischen
und Touristen klassische Orgelmusik nahebringen.

Die letzte Orgel von Marbella war während des spanischen Bürgerkrieges
zerstört und verbrannt worden. Pfarrer Monseñor Rodrigo Bocanegra
befürwortete deshalb mit Begeisterung die Initiative von Michael Reckling,
in seiner Kirche ein neues großes Instrument errichten zu lassen. Dank der vielen Kontakte
des damals einflußreichsten andalusischen Pfarrers und Dank der Bruderschaft Santa Marta
(Verein der Hoteldirektoren von Marbella) wurden die ersten Schritte zur Realisierung
des einmaligen Projekts rasch eingeleitet. Schon am 29. Dezember 1971 konnte ein Vertrag
mit Spaniens bekanntem Orgelbauer Gabriel Blancafort abgeschlossen werden,
um eines der wichtigsten Instrumente des Landes zu bauen.

1972 entwarf Michael Reckling zusammen mit José María Arrizabalaga
den Prospekt. Auch bei der Zusammenstellung der Disposition wirkte M. Reckling mit.
Nach viermonatigem Umbau der Orgelempore wurde am 29. Dezember 1972
das Rückpositiv als erster Teil der Orgel in einem Konzert eingeweiht.

Am 27. September 1973 starb unerwartet Monseñor Rodrigo Bocanegra,
und der Bau der Orgel mußte unterbrochen werden. Das fehlende Interesse
der Bevölkerung und das Ausbleiben von Spendengeldern
verhinderten die weitere Ausführung des Instruments.

Michael Reckling aber suchte unermüdlich nach neuen Sponsoren
und lernte über die Familie Soto Domecq die Baronin von Pantz kennen,
die das Projekt großzügig weiterfinanzierte. 1974 konnten die Arbeiten an der Orgel
wieder aufgenommen werden. Endlich, am 29. Dezember 1975, genau vier Jahre nach Baubeginn,
erlebte Marbella ein unvergeßliches erstes Konzert an dem fast vollendeten Instrument.
In den darauffolgenden zwölf Jahren spielten viele nationale und internationale Künstler
bei insgesamt 120 Konzerten auf der Sonnenorgel, Organo del Sol Mayor.
Sie gilt heute als eine der grössten Kirchenorgeln Spaniens.

Michael Reckling wirkte seit 1972 als hauptamtlicher Organist und Kurator
des Instrumentes. Außerdem leitete er die Organisation aller Konzerte
bis 1988 und trat oftmals auch als Sponsor auf.

1986 begann Pilar Cabrera ihre Arbeit als hauptamtliche Organistin an der Sonnenorgel
und übernahm die künstlerische Leitung aller Konzerte. Im gleichen Jahr
machten Michael Reckling und Pilar Cabrera die Aufnahmen der ersten CD,
die ein erstklassiges Klangdokument moderner spanischer Orgelbaukunst ist.

Das erste Exemplar dieser CD widmete Michael Reckling dem spanischen Königspaar,
Don Juan Carlos und Doña Sofía, als Erinnerung an ein privates Orgelkonzert
für Doña Sofía, das Michael Reckling 1968 an der großen Orgel
der Basílica del Valle de los Caídos (nahe Madrid) gab.


Photograph by Dalda - Madrid   © Dalda

Das Spanische Königspaar mit Michael Reckling in Unterhaltung
über die Sonnenorgel von Marbella nach einer audiovisuellen Präsentation
zur der Kunstausstellung in der Kathedrale zu Burgos: Las Edades del Hombre,
AV Show produziert von Michael Reckling Studios und IAP, Audiovisual Productions
unter der künstlerischen Leitung von Michael Reckling.





JOHANN SEBASTIAN BACH


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